The Rolling Stones – Vorbilder der Markenführung

Rolling-Stones-Hyde-Park Barclaycard Present British Summer Time Hyde Park - The Rolling Stones

Die Rolling Stones sind nicht einfach eine Band, sie sind eine Brand mit einem weltbekannten Logo, das ihr rebellisches Image symbolisiert. Das Anti-Establishment-Image, das in den Sechziger als Antwort auf die »braven« Beatles entstand, wird von der Band bis heute konsequent gepflegt.

Konsequente Markenführung

Die Rolling Stones haben ein halbes Jahrhundert überlebt, ohne sich um Trends zu kümmern. In den 60er wurden sie gefeiert, danach sind sie etwas in Vergessenheit geraten. Trotzdem blieb die Band ihrer Herkunft und ihrem Stil treu. So gewann sie mit der Zeit wieder an Beachtung und vermochte sich schlussendlich als unumstössliche, hoch profitable Marke zu etablieren.

Loyale Kunden

Die Stones polarisieren wegen ihrer konsequenten Positionierung. Was wiederum dazu führt, dass ihnen die Fans loyal und treu ergebenen sind. Sie sind es, die den Mythos der »Greatest Rock’n’Roll Band on Earth« verteidigen und weitertragen. Wirklich beachtenswerte Alben haben die Stones seit Jahren nicht mehr veröffentlicht. Nichts desto trotz kaufen die Fans die regelmässig erscheinenden Greatest Hits Alben, die sich lediglich im Cover unterscheiden und die Wiederveröffentlichungen von Alben mit Bonusmaterial sowie Konzertmitschnitte auf DVD. Und sie spülen bei jeder Tournee Millionen in die Kasse der Band; die letzte Tour mit 18 Konzerten erzielte einen Umsatz von rund 90 Mio. Dollar.

Orchestrierte Kommunikation

Es bleibt immer wieder mehrere Jahre still um die Stones, bis sie sich mit einem Ereignis in den Medien und bei den Fans zurückmelden. So wurde auch das 50-Jahre-Jubiläum minutiös inszeniert und vermarktet:

  • Den Startschuss machte 2011 Keith Richards Autobiografie mit Seitenhieben auf Mick Jagger. Diese wurden von den Medien genüsslich breit getreten
  • Zum 50-Jahre-Jubiläum hat die Band nicht etwa ein neues Album, sondern erneut mehrere Compilations mit einem einzigen neuen Song veröffentlicht und geschickt als Ereignis vermarket
  • Es folgte ein Dokumentarfilm, der zur Promotions kurz ins Kino kam und sofort auf DVD erschien
  • Schlussendlich hat die Band eine Tour mit »nur« 18 Konzerten durch England, Frankreich und die USA angekündigt
  • Selbstverständlich wurde die Tour auf Facebook, Twitter, YouTube inszeniert und begleitet, um die Spannung von Auftritt zu Auftritt möglichst hoch zu halten
  • Ganz clever ist die Stones App: vordergründig ist sie kostenlos, wer jedoch »exklusives« Video-Material sehen will, benötigt einen kostenpflichtigen Zugang
  • Gastauftritte von Kollegen wie Tom Waits oder Lady Gaga sind Huldigungen an die »Greatest Rock’n’Roll Band on Earth«. Sie haben der Tour zusätzliche Publizität gebracht und den Mythos der Band bestätigt

Schnelle Vermarktung von Events

  • Wer in den USA kein Konzert-Ticket erhielt, konnte für 39.95 Dollar ein Konzert live am TV, Tablet, Smartphone oder PC in höchster Streaming- und Audio-Qualität geniessen
  • Eine Woche nach dem letzten Konzert im Hyde Park war dieses bereits auf iTunes als Live Mitschnitt im Stones Shop erhältlich; selbstverständlich nur für wenige Wochen
  • Merchandise inkl. einer Retro-Kollektion wird über den eigenen Online Shop vertrieben

Den Mythos am Leben erhalten

Auch nach dem Jubiläums-Jahr kommunizieren die Band und ihre Mitglieder weiter über Facebook und Twitter mit Millionen von Fans. Zur Zeit bewerben sie vor allen ihren eigenen YouTube Channel. Aufgrund des ausgeprägten Geschäftssinns der Rolling Stones ist nicht anzunehmen, dass die Videos noch lange kostenlos zur Verfügung stehen.

Konsequenz und Authentizität haben aus der Band Rolling Stones eine wertvolle und profitable Marke gemacht. Diese Eigenschaften gehen Marken oft ab. Statt sich treu zu bleiben, springen sie auf Trends auf und verwässern ihr Markenbild, um schlussendlich austauschbar zu sein. Darum feiern auch nur wenige Marken ihr 50-Jahre-Jubiläum.