Warum präzise Anforderungen zu besseren Angeboten führen

Offerten für Webprojekte sind nicht immer vergleichbar

Birnen mit Äpfeln vergleichen

 

Wenn ein Auftraggeber einen neuen Webauftritt ausschreibt, ist es gut möglich, dass die Preisspanne der eingegangenen Angebote breit ist. Da kann beim Auftraggeber schon mal das Gefühl aufkommen, dass er von den teuren Anbietern über den Tisch gezogen wird. Entspricht das Gefühl der Realität, worin gründen die Preisunterschiede?

 

Die Ursache der zum Teil drastischen Preisunterschiede für Angebote von Webprojekten liegen bei einer ungenügenden Ausschreibung, welche die Anforderungen an den neuen Webauftritt zu wenig spezifiziert, oder einem hohen Interpretationsspielraum. Solche Situationen eröffnen den Anbietern Raum für eigene Annahmen und Vorstellungen, die zu diesen oder ähnlichen, sicherlich etwas übertriebenen, Szenarien führen:

«out of the box» Websites sind günstig, aber…

Ein Anbieter kommt zum Schluss, dass er die Ausschreibung mit einem «out of the box» CMS wie Wix, Jimdo oder eigener Fix-Fertig-Vorlage umsetzt. Dieser Weg minimiert u.a. den programmtechnischen Aufwand, da die Website mit einem Baukasten aus Gestaltungsvorlagen (Template) und Erweiterungen (Buttons, Formlare etc.) zusammengeklickt wird. Das reduziert den Gestaltungsaufwand. Entsprechend tief fällt das Angebot der «one man show» aus. Entscheidet sich ein Unternehmen für ein solches Angebot, hat das zur Folge, dass die Eigenständigkeit seines Webauftritts einschränkt ist und dass in Zukunft individuelle Erweiterungen kaum möglich sind.

Expertise kostet, Individualität auch

 

Für einen anderen Anbieter ist die «out of the box» Lösung für das Projekt nicht ausreichend. Darum nutzt er ein professionelles CMS wie Joomla, Drupal, TYPO3, WordPress oder Neos. Diese CMS sind anspruchsvoll; die Website lässt sich nicht einfach zusammenklicken. Zugunsten eines eigenständigen Auftritts entscheidet sich der Anbieter für die individuelle Gestaltung des Webauftritts und verzichtet auf die Verwendung von Fertig-Templates, die auch für professionelle CMS verfügbar sind. Er benötigt einen versierten Programmierer, der das CMS aufsetzt, die Erweiterungen (Anbindungen an Drittsysteme, Suche auf der Website etc.) konfiguriert und je nach Bedarf auch individuelle Funktionen entwickelt. Bevor dieser Anbieter mit der Programmierung beginnt, stimmt er die Erweiterungen und Funktionen mit den Benutzeranforderungen ab und entwickelt so einen eigenständigen visuellen Auftritt, der dem Image des Auftraggebers entspricht und auch zukünftige Erweiterungen berücksichtigt. Dafür involviert er neben dem Programmierer auch einen UX- und Screen-Designer und einen Projektleiter ins Projekt.

Die Arbeit dieser Experten hat ihren Preis und damit fällt das Angebot höher aus, als dasjenige des«out of the box» Anbieters. Der Auftraggeber erhält für sein Geld eine eigenständige Website, die die Anforderungen der Benutzer erfüllt, das Firmenimage unterstreicht und mit dem Unternehmen wachsen kann.

Ohne präzise Anforderungen keine vergleichbare Angebote

Die beiden Beispiele zeigen, das für vergleichbare Angebote für ein Webprojekt die Anforderungen in der Ausschreibung möglichst präzise zu spezifizieren sind und der Interpretationsspielraum eng zu halten ist.

Die Kosten für einen neuen Webauftritt sind vom Individualisierungsgrad sowie von den individuellen Anforderungen abhängig. Ein Unternehmen, dass mit dem Webauftritt einen Akzent setzen und die Anforderungen der Benutzer erfüllen will, benötigt eine Individuallösung, die ihren Preis hat.

Imre Sinka