Google löst das Pagination-Problem

Google löst das Pagination-Problem

Über die neuen Link-Attribute rel=“next“ und rel=“prev“ kann man Google nun mitteilen, dass verschiedene Inhalte zu einem „Grossen Ganzen“ gehören. Alternativ wird noch eine Lösung empfohlen, bei der über Canonicals nur eine „View-all“ Seite indexiert wird. Dieser Artikel beleuchtet Vor- und Nachteile aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung.

Was ist Pagination?

„Pagination“ ist der Fachausdruck für das Aufteilen von Inhalten auf mehrere Pages. Diese sind dann meist über eine Navigationsleiste oder Links wie „nächste Seite“ und „vorherige Seite“ verbunden.

Eine Stelle, an der man Pagination fast immer findet ist in Online-Shops: Meist werden in der Produktliste nur eine kleine Anzahl der Einträge gezeigt. Dies dient a) der Übersichtlichkeit und b) der Optimierung der Ladezeiten. Aber auch bei längeren Textinhalten wie Produkttests findet man häufig die charakteristischen „weiter“ und „zurück“ – Links.

Beispiel für Pagination

Bisher: Google erkennt keinen Zusammenhang

Bisher war es so, dass man sich beim Einsatz von Pagination zwischen guter Usability (mit Pagination) und guter Indexierung (kein Pagination) entscheiden musste: Setzte man Pagination ein, musste man sich mehr oder Weniger auf sein „Glück“ verlassen, ob Google alle Inhalte indexierte. Da Google keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Ergebnisseiten erkennen konnte, gab es gerade bei Shops mit hoher Produktfluktuation oft Probleme mit duplicate Content: Rutschte ein Produkt durch neue oder gelöschte Produkte auf eine andere Seite, konnte es in bestimmten Fällen für Google so aussehen, als sei ein Teil des Inhalts doppelt. In der Konsequenz wurde dann oft eine der Seiten vorübergehend (oder manchmal auch dauerhaft) aus dem Index entfernt. Im Rahmen einer Suchmaschinenoptimierung wurde Pagination deshalb meist kritisch gesehen.

Da dieses Verhalten gerade bei grossen Shops eklatante Auswirkungen haben konnte, wurde oft nur eine spezielle „Landingpage“ mit allen Ergebnissen für die Suchmaschinen freigegeben oder gleich ganz auf Pagination verzichtet. Beides ist aus Usability-Sicht nicht gerade optimal. Ausserdem waren damit zusammenhängende Probleme wie der Verlust wertvoller Links (ein Link auf eine einzelne Ergebnisseite zählte nicht für die Gesamtliste) immer noch ungelöst.

Neu: Google auf Pagination hinweisen

Laut dem Eintrag im Google Webmaster Blog vom 15.09.2011 ist es nun möglich, über die Attribute rel=“next“ und rel=“prev“ in den Links auf die vorherige und die nächste Seite für Google kenntlich zu machen, dass die auf dieser Seite dargestellten Inhalte zu einer Serie gehören.

Pagination Beispiel Google

Hier ein fiktives Beispiel, dass den Einsatz der Attribute im HTML-Quelltext zeigt:

<a href="seite1.html" rel="prev">zurück</a> ... <a href"seite2.html" rel="next">weiter</a>

Alternative: Gesamtliste indexieren via Canonicals

Gleichzeitig zu den neuen Attributen hat Google eine weitere Methode für den Umgang mit Pagination erläutert: Via Canonical Tags auf den einzelnen Ergebnisseiten, die auf eine Gesamtübersicht verweisen („View All“ – Page“), lässt sich recht einfach erreichen, dass nur diese und keine der Einzelseiten indexiert wird. Damit umgeht man zwar generell das Pagination-Problem, man läuft jedoch gerade bei grossen Listen Gefahr, dass der Besucher nur schwer oder gar nicht findet, was er sucht.

"View All" ohne Pagination

Fazit: Die Vorteile der neuen Attribute überwiegen

Da Google durch den Einsatz der Attribute von den Zusammenhängen weiss, kann man davon ausgehen, dass keine Probleme mehr mit duplicate Content auftreten. Ausserdem dürfte sich das Ranking verteilter Inhalte deutlich verbessern, da Google sie als zusammenhängenden Inhalt auswerten kann.

Allerdings bleit unklar, ob Google soweit geht und Links von externen Seiten auf eine bestimmte Ergebnisseite auch „zusammenlegt“ und als Link auf die gesamte Liste wertet. Wenn ja, gäbe es auch im Rahmen einer Suchmaschinenoptimierung absolut keinen Grund mehr, in Zukunft auf Pagination zu verzichten. Im Gegenteil: Im Sinne der Usability-Optimierung ist der Einsatz von Pagination sogar zu bevorzugen, da der User auf Grund der besseren Übersicht i.d.R. schneller findet, was er sucht!

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